Ankündigung – Ģertrūdes ielas teātris und New Theatre Institute of Latvia bei dem Theaterfestival POSTWEST, 24. – 26. Juni 2020

Das traditionsreiche Theater in Berlins Mitte – die VOLKSBÜHNE Berlin – veranstaltet vom 24. bis 26. Juni 2020 das transkulturelle Theaterfestival POSTWEST im digitalen Format mit Teilnahme des Ģertrūdes ielas teātris (Riga) und New Theatre Institute of Latvia.

Das Programm wird zeitnah auf der Internetseite der Volksbühne Berlin veröffentlicht: https://www.volksbuehne.berlin

Also merkt euch den Termin jetzt schon vor und seid online dabei!

Das Theaterfestival POSTWEST sollte im Mai 2020 mit Partnertheatern aus neun Ländern, die eigens dafür zwölf neue Stücke entwickelt haben, stattfinden. Nun finden sich alle Partnertheater in einer neuen Realität wieder. Die COVID19-Pandemie bedeutete für die künstlerischen Teams nicht nur den Ausfall der Festivalwoche im Mai, sondern auch das abrupte Ende der Vorbereitungsphase: Die Produktionen befanden sich kurz vor Probenstart, das gemeinsame Bühnenbild für das Große Haus entstand bereits in den Werkstätten der Volksbühne, der Zeitplan für die Festivaltage war finalisiert. 

Wie lässt sich dieses transkulturelle Theaterfestival nach einem Jahr Vorbereitungszeit ohne fertiggestellte Produktionen und ohne reale Bühne kurzfristig umsetzen? Mit einer Rückkehr zum Grundgedanken des Festivals, dem kollektiven künstlerischen Austausch. Statt der Volksbühne wird nun der digitale Raum für grenzüberschreitenden Austausch genutzt und damit auch als Ort für die virtuelle Ausgabe von POSTWEST

Vom 24. bis 26. Juni 2020 wird POSTWEST als digitales Festival nachgeholt mit Online-Live-Performances, Videos on demand, Audiotracks und Diskursveranstaltungen, Begegnungen mit den Künstler*innen und DJ-sets.

An die Stelle der im Mai 2020 geplanten zwölf Inszenierungen treten nun digitale, die internationale Vernetzung reflektierende Beiträge, die an drei Tagen erstmalig dem internationalen Publikum zugänglich gemacht werden. POSTWEST entwächst somit seinem ursprünglichen Festivalcharakter als Bühnengeschehen und reagiert auf die neue Realität. Die Corona-Krise zeigt, wie sich viele Länder wieder nach innen wenden, und Informationen über die Situation in anderen Staaten als bloße Statistiken erscheinen. Das Nachdenken über historische Kategorien und Möglichkeiten ihrer Auflösung wird vor diesem Hintergrund wichtiger denn je. Ost oder West? Post-West, Post-Ost, Post-OstWest? Resultiert aus einem gemeinsamen kulturellen Erbe per se ein ähnliches Geschichtsbewusstsein? Ist die Zukunft überhaupt – mit einer Vielzahl an Ländern und Identitäten – gemeinsam zu denken und zu gestalten? Wie sehen für uns eine starke Zivilgesellschaft, ein solidarisches Miteinander, zukunftsrelevante Werte und demokratische Systeme aus? Wie können Theaterschaffende also – auch in Zeiten eines globalen Lockdowns und ohne Begegnungen im öffentlichen Raum – weiter vernetzen und langfristige, transkulturelle Initiativen aufbauen, um künstlerisch auf die aktuellen Gesellschaftsdebatten zu reagieren?

Titelbild: Illustration von Hannah Göppel

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