Audiovisuelle Performance von Kate Krolle und Valters Sīlis bei dem POSTWEST-Festival

Im Rahmen des transkulturellen Festivals POSTWEST (24.-26.06.2020), organisiert von der Volksbühne Berlin, ist die audiovisuelle Performance „Looks Like You’re Going To Die von Kate Krolle und Valters Sīlis (New Theatre Institute of Latvia und Dirty Deal Teatro, Riga) zu erleben. Die Performance findet als Audiowalk in englischer Sprache statt.

Die Performance Looks Like You’re Going To Die fand am 24. Juni 2020 statt und konnte auf der Internetseite des POSTWEST-Festivals als Live-Stream miterlebt werden. Die Aufzeichnung der Performance finden Sie HIER.

Sind die Gedanken einer Person individuell? Können zwei Biografien miteinander verschmelzen? Wie einzigartig sind unsere Lebensentwürfe? Obwohl uns hin und wieder dramatische Ereignisse widerfahren, verbringen wir die meiste Zeit in Gesellschaft unserer eigenen Gedanken, während uns unaufhörlich Erinnerungen an vergangene Ereignisse durch den Kopf gehen und uns behelligen. Die bildende Künstlerin Kate Krolle und der Theaterregisseur Valters Sīlis lassen ihre gewohnten Rollen und Medien hinter sich, um uns auf eine Reise durch ihre Gedankenwelt mitzunehmen. Es ist eine herzliche, ehrliche und intime Begegnung, die die Komplexität und Schönheit des Alltags und die Fragilität der Schöpfung reflektiert. Als audiovisuelle Performance konzipiert, lädt Looks Like You’re Going To Die ein zu einer Konversation und einer Wanderung durch unseren Geist, unsere Erinnerungen und verschiedene europäische Städte. 

Credits
Regie, Text, Dramaturgie: Kate Krolle, Valters Sīlis
Komposition: Arvīds Saulītis
Übersetzung: Andris Kuprišs

Mit: Kate Krolle, Valters Sīlis

Koproduktion zwischen New Theatre Institute of Latvia und Volksbühne Berlin
Produziert von: New Theatre Institute of Latvia, Dirty Deal teatro

Das New Theatre Institute of Latvia (NTIL) ist eine projektbasierte Organisation, die seit 1998 im Bereich der performativen Künste aktiv ist. NTIL richtet das jährlich stattfindende, internationale Festival Homo Novus für zeitgenössisches Theater aus. Darüber hinaus produziert und entwickelt es Kunst-, Forschungs- und Bildungsprojekte sowie Kooperationsprogramme mit lokalen und internationalen Partner*innen, die sich auf kreative Konzepte, innovative Arbeit und verantwortungvolles Handeln fokussieren.

Das Dirty Deal Teatro ist eine freie Veranstaltungsstätte in Riga, deren programmatischer Schwerpunkt zeitgenössische Theaterproduktionen mit soziopolitischem Einschlag sind. 

Kate Krolle studierte bildende Kunst an der Art Academy of Latvia und der Le Fresnoy in Frankreich. Ihre genreübergreifende Arbeit beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Menschen und der Natur, menschlichen Instinkten, kollektiven Erfahrungen, Mitgefühl und Intimität. Krolle hat ihr Schaffen in zwei Einzelausstellungen präsentiert (We hold our hearts, 2014; I could be elsewhere, 2016) und an zahlreichen nationalen und internationalen Gruppenausstellungen teilgenommen. Seit 2010 entwickelt sie, zum Teil allein, zum Teil in wechselnden kollaborativen Zusammenhängen, ortsspezifische Performances und Bühnenaufführungen, die auf Festivals für darstellende und bildende Künste in Litauen und Belgien aufgeführt wurden (Edge, 2016; Sanctuary of Truth, 2017; Leap Second, 2018; At the shore of running waters, 2018; Arrival, 2019).

Valters Sīlis graduierte 2010 an der Latvian Academy of Culture und arbeitet seitdem an kleinen freien Theatern und dem Latvian National Theatre. Schon zu Beginn seiner Laufbahn wurde Sīlis für seine dokumentarischen Theaterproduktionen bekannt, die Meilensteine der jüngeren Geschichte Litauens beleuchten und dringende soziopolitische und ökologische Fragen aufwerfen – sowohl auf globaler als auch auf internationaler Ebene (Legionnaires, 2011; National Development Plan, 2013; Lost Antarctica, 2015; 3 Musketeers—East of Vienna, 2016). Sīlis neugierige, ungezwungene und ehrliche Haltung ist auch in seinen jüngsten Werken präsent, die auf die Mikrogeschichten und die Entscheidungen von Individuen in bestimmten Kontexten aufmerksam machen und sich dabei auf junge Menschen konzentrieren.

Das Theaterfestival POSTWEST sollte im Mai 2020 mit Partnertheatern aus neun Ländern, die eigens dafür zwölf neue Stücke entwickelt haben, stattfinden. Nun finden sich alle Partnertheater in einer neuen Realität wieder. Die COVID19-Pandemie bedeutete für die künstlerischen Teams nicht nur den Ausfall der Festivalwoche im Mai, sondern auch das abrupte Ende der Vorbereitungsphase: Die Produktionen befanden sich kurz vor Probenstart, das gemeinsame Bühnenbild für das Große Haus entstand bereits in den Werkstätten der Volksbühne, der Zeitplan für die Festivaltage war finalisiert. 

Wie lässt sich dieses transkulturelle Theaterfestival nach einem Jahr Vorbereitungszeit ohne fertiggestellte Produktionen und ohne reale Bühne kurzfristig umsetzen? Mit einer Rückkehr zum Grundgedanken des Festivals, dem kollektiven künstlerischen Austausch. Statt der Volksbühne wird nun der digitale Raum für grenzüberschreitenden Austausch genutzt und damit auch als Ort für die virtuelle Ausgabe von POSTWEST

Vom 24. bis 26. Juni 2020 wird POSTWEST als digitales Festival nachgeholt mit Online-Live-Performances, Videos on demand, Audiotracks und Diskursveranstaltungen, Begegnungen mit den Künstler*innen und DJ-sets.

Titelbild: “Izskatās, ka tu mirsi” von Kate Krolle und Valters Silis, Foto: Aivars Ivbulis

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