Ausstellung „Lazybones“ der Künstlerin Amanda Ziemele in Köln

Amanda Ziemele, Lazybones, 2021, Foto: Galerie Natalia Hug.

Ausstellung Lazybones der Künstlerin Amanda Ziemele in der Galerie Natalia Hug, Jülicher Str. 14, 50674 Köln.
17. November 2021 bis 29. Januar 2022 / www.nataliahug.com


Inspiriert von Kölns mittelalterlichem Stadtkern mit dem Dom und zwölf romanischen Kirchen als weltweit anerkanntem Denkmal, verwendet Lazybones das Motiv der “Frau Welt” als Orientierung für die Bedeutung der Form im geistigen und künstlerischen Schaffen. Die allegorische Figur, die in der mittelalterlichen Literatur häufig vorkommt, kann als Verweis auf kontrastierende Seiten gesehen werden: Von vorne betrachtet ist sie schön; dreht sie sich um, ist ihr Rücken eine Masse aus Fäulnis, Maden und Kreaturen.

Amanda Ziemele, Lazybones, 2021


Für Lazybones verwendet die lettische Künstlerin Amanda Ziemele das allwissende Lächeln der Figur als Bezugspunkt für ihre Werkgruppe abstrakter Gemälde. Die Formen sind im Galerieraum verteilt, verstecken sich in Ecken oder passen sich den Wänden an. Ziemeles “Frau Welt” zeigt leuchtend farbige Teile von Organen und Lebewesen, die die vielschichtige Architektur ihres Körpers und ihrer inneren Form offenbaren. Die abstoßende Rückseite scheint durch die Veränderung ihres Aussehens eine gewisse Beziehung zu den weichen Formen ihrer Gemälde in Lazybones zu schaffen: Im Prozess der Abstraktion verändert die Künstlerin ursprüngliche Materialität und Eigenschaften: In direkter Konfrontation mit den Gemälden und in Korrelation mit dem harten Bild der “Frau Welt” kann man sehen, wie die Objekte aufgrund ihrer figurativen Körperlichkeit aufeinander reagieren und sich zwischen Repräsentation und Abstraktion bewegen.


Amanda Ziemele erforscht in ihren Arbeiten diese abstrahierten Schichten von Malprozessen und deren wechselnde Herstellung von Bezügen und Bedeutungen: Indem sie diese Beziehungen aufzeigt, löst sie alle klaren Seiten auf und macht sie zu gleichberechtigten Partnern von Form, Farbe und Materialität.

Amanda Ziemele, Fotoautor: Aivars Liepiņš, Dienas mediji


Amanda Ziemele (1990) ist eine in Riga lebende Künstlerin, die ihre künstlerische Praxis für alle Arten von Erkundungen offen hält. Sie interessiert sich sowohl für die formalen Qualitäten der Malerei als auch für die Ideen und Kontexte, die sie umgeben. Ziemeles Praxis ist stark von ortsspezifischen Settings beeinflusst. Infolgedessen werden die Interventionen durch die medienspezifischen Eigenheiten formalisiert, wobei die räumliche und ästhetische Erfahrung durch humorvolle Strategien vermittelt wird, die zum Paradoxen einladen. Ziemele hat an verschiedenen Ausstellungen und Kunstprojekten in Lettland und international teilgenommen. Im Jahr 2021 erhielt Ziemele den “Purvītis Price” – Lettlands prestigeträchtigsten Künstlerpreis – mit ihrer Ausstellung, die im Großen Saal des Hauptgebäudes des Lettischen Nationalen Kunstmuseums in Riga zu sehen war. Sie hatte bereits mehrere Einzelausstellungen, darunter: Neunauge, (Galerie NEMO, Eckernförde, Deutschland, 2019/2020), Quantum Hair Implants (Kim? Contemporary Art Center, Riga, Lettland, 2019), Fish with Legs (ehemaliger Elefantenstall des Zirkus Riga, KVADRIFRONS, 2018/2019), Being like a Sponge (CANDYLAND, Stockholm, 2018), The Crocodile Dilemma (Galerie 427, Riga, Lettland, 2016).

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