Alvis Hermanis mit „Tosca“ an der Staatsoper Berlin

„Tosca“ an der Staatsoper Berlin, Fotoautor: Hermann und Clärchen Baus

Anfang des kommenden Jahres erwartet uns ein besonderes Opernevent: der lettische Theaterregisseur Alvis Hermanis inszeniert an der Staatsoper Berlin Puccinis TOSCA.

TOSCA. Melodrama in drei Akten (1900)

30. Januar 2022, 19:30 Uhr (weitere Termine und Tickets unter Staatsoper Berlin)

Musik von Giacomo Puccini / Text von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach dem Drama »La Tosca« von Victorien Sardou

Musikalische Leitung: Andrés Orozco-Estrada

Inszenierung: Alvis Hermanis

Bühnenbild, Kostüme: Kristīne Jurjāne

Als der revolutionär gesinnte Maler Mario Cavaradossi heimlich einem politisch Verfolgten zur Flucht zu verhelfen versucht, glaubt seine Geliebte, die berühmte Sängerin Floria Tosca, er betrüge sie mit einer anderen Frau. Der skrupellose Polizeichef Scarpia nutzt ihre Eifersucht, um Cavaradossi zu überführen und verlangt anschließend im Gegenzug für die Freilassung des Geliebten eine Nacht mit Tosca.

Mit einer stringenten Dramaturgie und ausgeprägtem Realismus schuf Puccini eines seiner schroffsten und dramatischsten Werke – einen Meilenstein der Operngeschichte. Vor dem Hintergrund des Konflikts zwischen Napoleons Revolutionsheer und den habsburgisch-päpstlichen Truppen im Jahr 1800, der den Protagonisten der Oper zum Verhängnis wird, entführt Puccini den Zuhörer akustisch ins Zentrum Roms: in die Kirche Sant’Andrea della Valle, den Palazzo Farnese und die Engelsburg, denen der Komponist je ein eigenes musikalisches Kolorit verlieh. In der Inszenierung des lettischen Schauspielregisseurs Alvis Hermanis bewegen sich die Sängerinnen und Sänger in einer psychologisch dichten Erzählung, verlegt in die Entstehungszeit der Oper um 1900. Die szenische Darstellung wird durch einen aufwendig gestalteten Graphic Novel der Bühnen- und Kostümbildnerin Kristine Jurjane ergänzt, der an den Originalschauplätzen des 17. und 18. Juni 1800 in Rom spielt und auf ein Bühnenbild von monumentaler Repräsentationsarchitektur projiziert wird.

Alvis Hermanis, Fotoautor – Staatsoper Berlin

Alvis Hermanis, geboren 1965 in Riga, studierte Schauspiel am Lettischen Staatskonservatorium. Seit 1997 ist er Künstlerischer Leiter des Neuen Theaters Riga. Seine Arbeiten wurden in über 40 Ländern gezeigt und sind regelmäßig Gast bei allen großen Theaterfestivals der Welt (Salzburger Festspiele, Avignon, Edinburgh, Wiener Festwochen, Holland Festival, Bitef in Belgrad, Kunstenfestivaldesarts in Brüssel, Wellington, Bogotá, Seoul, Montreal, Moskau u. a.). Für seine internationalen Produk­tionen wurde er mit dem »Premio Europa per il Teatro«, dem Europäischen Theaterpreis Neue Theatrale Realitäten und dem Stanislawski-Preis in Moskau ausgezeichnet. In den letzten Jahren arbeitete er mit mehreren deutschen Theatern zusammen, darunter das Schauspielhaus Zürich, das Schauspiel Köln, die Münchner Kammerspiele und die Berliner Schaubühne. Er arbeitet regelmäßig an renommierten Opernhäusern wie der Mailänder Scala und inszenierte dort zuletzt Zimmermanns »Soldaten«, »I due Foscari« und »Madama Butterfly«. Bei den Salzburger Festspielen erarbeitete er Gogols »Der Revisor« (Gewinner des Young Directors Award 2003), »The Sound of Silence«, Zimmermanns »Die Soldaten« und 2013 Harrison Birtwistles »Gawain« sowie zuletzt »Il trovatore« und »Die Liebe der Danae«. In der Spielzeit 2013/14 inszenierte er »Così fan tutte« an der Komischen Oper Berlin und »Jenůfa« am Théatre de la Monnaie in Brüssel. Mit »Tosca« legt er seine erste Regiearbeit an der Staatsoper Unter den Linden Berlin vor.

Titelbild: „Tosca“ an der Staatsoper Berlin, Fotoautor: Hermann und Clärchen Baus

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