Zenta Dzividzinska & Sophie Thun „Trails and Tributes“ im Kunstverein Hildesheim

Im Dialog zu Selbstporträts und -inszenierungen von Sophie Thun zeigt die Ausstellung „Trails and Tributes“ im Kunstverein Hildesheim vom 8. Mai bis 17.Juli 2022 fotografische Bilder aus dem Archiv der lettischen Künstlerin Zenta Dzividzinska (1944-2011). Thun hat sich die Arbeiten der lettischen Fotografin während eines Rechercheaufenthalts in Riga künstlerisch angeeignet. Es ist ein Versuch, die wenig bekannten und teilweise nie ausbelichteten Bilder von Zenta Dzividzinska sichtbar zu machen, die zu Lebzeiten eine von nur zwei Frauen im Fotoclub Riga war und der eine öffentliche Anerkennung bis heute versagt blieb.

Sophie Thun setzt sich in ihrem Werk mit der kunstgeschichtlichen Tradition der (Selbst-) darstellung auseinander und reflektiert zugleich vielschichtig das Medium der Fotografie. Ihren Körper nutzt sie als Instrument, um die Herstellungsprozesse und die Handlungsräume der Fotografie zu zeigen. Sie hinterfragt mit ihren Bildern darüber hinaus gesellschaftliche Realitäten und Geschlechtszuschreibungen ebenso wie Abhängigkeiten, denen sie als Künstlerin unterliegt. Der Selbstauslöser in der Hand kann als Moment der künstlerischen Selbstermächtigung identifiziert werden. Thun arbeitet mit einer Kombination aus Großformatfotografie auf Negativ und Fotogramm. Sie verbindet so Abbilder mit Bildern durch Berührung.

Die Ausstellung wird kuratiert von Christin Müller und Torsten Scheid.

Sophie Thun (*1985, Frankfurt/Main), aufgewachsen in Warschau, absolvierte ihr Kunststudium an den Akademien der bildenden Künste in Krakau und Wien. Sie ist Künstlerische Mitarbeiterin an der Kunstuniversität in Linz und lebt in Wien. Ihre Arbeiten sind international in Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen, zuletzt u.a. in der Kunststiftung DZ Bank, Frankfurt/Main, Kim? Contemporary Art Center, Riga, Museo MACRO, Rom (2021), Secession, Wien, Fotograf Festival, Prag (2020), C/O Berlin, Camera Austria, Graz, Kunstforum Wien (2019) und Les Rencontres, Arles (2018).

Ihre Arbeiten sind Teil zahlreicher Sammlungen, u.a. des Museums der Moderne Salzburg, der Sammlung Verbund, Wien, des SMART Museum, Chicago, Lentos Museum sowie des Landesmuseum Oberösterreich, Linz. 2019 wurde Thun mit dem Förderstipendium der Kunststiftung DZ Bank ausgezeichnet und 2021 mit dem Outstanding Artist Award des Bundesministeriums für Kunst und Kultur (AT).

Publikationen: Sophie Thun, hrsg. von Phileas, Distanz Verlag, 2022, Sophie Thun. TL CS PP DS, hrsg. von der Secession, Revolver Verlag, 2020, und WHITE FLAG, mit Hanna Putz, Pampam Publishing, 2019. Thun wird von der Galerie SOPHIE TAPPEINER in Wien vertreten.

Titelfoto: SOPHIE THUN – TRAILS AND TRIBUTES

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